Symbiose
Was ist hier in Familienaufstellungen mit Symbiosemuster gemeint? Die Symbiose in dem Sinne, dass man seine Selbstbestimmung, seine Autonomie verloren hat. Man orientiert sich nicht mehr an den eigenen Bedürfnissen und Impulsen, sondern sucht Halt und Orientierung im Außen. Wie kommt es dazu? Wenn Eltern durch eigene schwere Schicksale (Krieg, Flucht, früher Verlust eines oder beider Elternteile, Gewalt, Schuld, etc.) belastet sind, ist es ihnen meist nicht möglich sich den eigenen Kindern liebevoll zuwenden zu können und die nötige Geborgenheit, Fürsorge und Liebe zum Heranwachsen zu geben. Was tun Kinder in dieser Situation?
Sie passen sich an die Bedürfnisse und Erwartungen ihrer Eltern an, um das Gefühl der Nähe nicht zu verlieren. Sie identifizieren sich mit dem, was die Eltern von ihnen erwarten, in ihnen sehen, und entwickeln so ein falsches SELBST, eine falsche Identität. Eigene Gefühle, Bedürfnisse und auch die Aggression werden dabei unterdrückt. Man orientiert sich nicht mehr nach den eigenen Gefühlen, gestaltet sein Leben nicht mehr selber, ist nicht mehr authentisch. In der symbiotischen Verschmelzung spürt man sich nur noch im Kontakt mit dem anderen (das kann genauso die Arbeit sein) und hat den Kontakt zu sich weitgehend verloren.
Es entsteht der Konflikt beide GRUNDBEDÜRFNISSE nach NÄHE (BINDUNG) und SELBSTBESTIMMUNG zu verbinden. Dies führt zu Orientierungslosigkeit, man sucht Halt im Außen und nimmt die eigenen Bedürfnisse und Impulse nicht mehr wahr oder unterdrückt sie.
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